Mittwoch, 22. Dezember 2010

Auf nach Murcia!

Ich war so aufgeregt, dass ich nachts nicht gut schlafen konnte. Ich kannte Lisa nur von der Uni her und ich machte mir Gedanken, ob ich mich mit ihr verstehen werde. Ob ich Weihnachten und Silvester ohne meine Familie verbringen kann und so weiter. Am Mittwoch um neun Uhr morgens fuhr der Bus in Jaén ab und ich kam zum Glück rechtzeitig. In der Eile hatte ich meine Decke vergessen, aber es war nicht so schlimm, wie sich später herausstelllte. Beim Einsteigen fragte ich dann den Busfahrer, wie lange es bis Murcia dauern würde und zu meinem Erstaunen sagte er sieben Stunden. Ich hatte mit höchstens fünf gerechnet. Ein Glück, dass ich mir genügend Lunchpakete mitgenommen hatte. =)
Etwas verspätet fuhr dann der Bus los und ich war gespannt, wie Murcia wohl sein würde und was mich alles dort erwartet. Jetzt freute ich mich und wollte bald dort sein. Doch der Bus fuhr ziemlich langsam, weil die Strecke durch das Gebirge führte und teilweise waren die Straßen sehr eng und kurvig. Gegen elf Uhr hörte ich einunddenselben Gesang im Radio und ich dachte: "Was um alles in der Welt ist das???" Als ich dann genauer hinhörte merkte ich, dass es die Ziehung der sogennanten Lotería de Navidad (Weihnachtslotterie) war. Ja, da sind zwei Kinder und die singen abwechselnd. Das eine singt die Losnummer und das andere den Gewinn und das ging dann für jede Region, Stadt usw.
Wenn dann der Singsang für die eine Stadt oder Region beendet war, gab es Applaus. Und das lief dann ungefähr drei Stunden, bis Andalusien drankam und davon dann Granada und Jaén usw. und dann schaltete der Busfahrer endlich um. Ich dachte: "Gott sei Dank!". Doch es ging noch "schlimmer": Der Busfahrer stand wohl auf Schlagerlieder und so durfte ich für den Rest der Busfahrt spanische Schlagerlieder hören. Eins ging so: "Le gusta las zanahorias, el conejo de mi novia" (Es mag Möhren, das Kaninchen von meiner Freundin). Der "Witz" an dem Lied ist, dass man im Spanischen erstmal nicht weiß, wer die Möhren mag. Um viertel nach eins machten wir dann endlich in einem kleinen Dorf namens Huescar eine Pause, die dann eine Dreiviertelstunde dauerte.
Gegen halb fünf kam ich dann in Murcia an und Lisa lief mir mit offenen Armen entgegen. Da merkte ich, dass ich mir unnötige Sorgen gemacht hatte und ich freute mich schon auf alles. :)
Wir gingen zu ihrer Wohnung und unterhielten uns und dann brachen wir kurz darauf zu einer kleinen Stadttour auf und ich war einfach nur beeindruckt. Murcia ist so eine schöne Stadt!
Besonders schön fand ich die Krippenausstellung




Bei den Krippenausstellungen sieht man nicht nur die Geburt Jesu, sondern auch die Vorgeschichte und die Ereignisse danach( Flucht nach Ägypten)

Spät am Abend gingen wir dann schlafen.

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