Freitag, 31. Dezember 2010

Silvester

Schon vor einigen Tagen hatten Lisa und ich mit Jaana und Björn ausgemacht, dass wir Silvester zusammen in Torrevieja feiern würden. Doch dann mussten uns die beiden absagen, weil Jaana ganz plötzlich krank geworden war. Und so waren Lisa und Ich ziemlich enttäuscht, aber wir beschlossen das beste daraus zu machen. Wir verbrachten den Tag damit Vorbereitungen für den Abend zu treffen, Dinner for One und Silvesterpunsch zu schauen und machten eine Einkaufsliste. Danach machten wir uns auf den Weg und wunderten uns, warum so viele Menschen an der Straße standen und sahen dann einen seltsamen Marathon. Einige der Teilnehmer hatten Weihnachtsmützen auf oder Rentiergeweihe und wir fragten uns, was das denn bitteschön sollte.
Dann kauften wir Uvas im Corte Inglés, denn im Mercadona waren sie schon ausverkauft.
Danach machten wir uns auf die Suche nach Silvesterpaketen mit Feuerwerk, Böllern usw.
Doch nachdem wir sämtliche Geschäfte und Läden abgeklappert hatten, mussten wir uns geschlagen geben und uns damit abfinden, dass die Spanier anscheinend das Feuerwerk nicht selber zünden.
So holte ich bei Aldi Plastiksektgläser und bei Carrefour ein "tolles Partyset" bestehend aus einer Girlande, die so ähnlich wie Lametta war, einem "schicken Partyhut" und einer Maske.
Dann machten wir uns enttäuscht auf den Rückweg und beschlossen gegen 22 Uhr in eine Bar zu gehen und Cocktails zu trinken. Doch alles hatte zu und die Stadt war wie ausgestorben. Es kam uns richtig gespenstisch vor...
Also gingen wir wieder zurück und vetrieben uns die Zeit, sodass wir gegen halb zwölf am Plaza Santo Domingo waren. Dort sollte um zwölf Uhr ein Konzert stattfinden und so hatten wir natürlich den Sekt und die Uvas mit, aber das Partyset hatten wir dann doch nicht benutzt. Wir waren immer noch sehr traurig, dass das mit Torrevieja nicht geklappt hatte.
Auf dem Platz waren kaum Leute und wir waren sehr verwundert. ein Konzert? Silvester???
Wo sind die denn alle?! Um viertel vor zwölf wurden die Heizpilze bei 11 Grad angeschaltet, um zehn vor zwölf wurde die Bühne geputzt und dann um fünf vor zwölf eine Leinwand aufgebaut und die Liveübertragung zu Madrid aufgebaut. Die haben Nerven. Kein Countdown, nichts?
In der letzten Minute des alten Jahres stand dann die Verbindung und allmählich fing der Countdown an. Lisa und Ich beeilten uns, die Uvas herauszuholen (Uvas sind übrigens geschälte, eingelegte Weintrauben, die man laut spanischer Tradition zu jedem Glockenschlag essen soll, damit man ganz viel Glück im neuen Jahr hat) und dann fing es an. Es war sehr stressig, aber wir haben es tatsächloich geschafft, zu jedem Glockenschlag eine Uva zu essen und wir waren sehr zufrieden mit uns. Um uns herum hatten wir beobachtet, dass kaum jemand mitmachte und dass viele nur ihr Partyset anhatten oder die Mädchen in den knappsten Röcken da standen und froren.
Lisa und Ich waren sehr verwundert und wir freuten uns auf das Konzert. Wir dachten, es wird ein Konzert mit klassischer Musik sein, mit der man dann das neue Jahr begrüßt. Aber was war es?
Es war ein Rockkonzert. Mit allem hatten wir gerechnet, aber damit nicht, und das schlimmste: es gab kein Feuerwerk!!! Wir blieben einige Zeit, aber die Band war so laut und so gingen wir niedergeschlagen nach Hause und hätten am liebsten angefangen zu weinen.
Unterwegs hörten wir aber immer wieder Böller und fragten uns, wo die das herhatten. Außerdem waren auf dem Platz auch welche mit Wunderkerzen, aber auch danach hatten Lisa und Ich verzweifelt gesucht und nicht gefunden. "Wahrscheinlich Import aus Deutschland.." dachten wir uns.
Nach Neujahrstelefonaten mit unseren Familien unterhielten wir uns noch eine Weile und versuchten einen Livestream mit der Feier in Berlin zu verfolgen, aber der war noch nicht freigegeben. Also trösteten wir uns mit Youtube und schauten uns Feuerwerke von den letzten Jahren an. Natürlich war es nicht dasselbe, aber es tröstete uns auf jeden Fall und gegen halb zwei gingen wir dann schlafen.

1 Kommentar:

  1. Das ist dumm gelaufen mit Silvester, aber in Valladolid war das Feuerwerk auch nur äußerst kurz.

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